LovelyBooks – Was die Plattform kann, für wen sie sich lohnt und wo ihre Grenzen liegen

LovelyBooks ist eine große deutschsprachige Buch-Community, betrieben vom Verlag Holtzbrinck. Leser können dort Bücher bewerten, rezensieren, Listen anlegen, Rezensionen schreiben und sich über Neuerscheinungen austauschen.

Besonders bekannt ist die Plattform für die Leserunden – ein Format, das Autorinnen, Autoren und Verlage nutzen, um Bücher vorzustellen und in direkten Austausch mit einer aktiven Leserschaft zu kommen.

Kurz: LovelyBooks ist eine Mischung aus sozialem Netzwerk, Rezensionstool und Leseforum.


Warum nutzen Verlage LovelyBooks?

Weil die Plattform drei Dinge vereint, die im Marketing extrem wertvoll sind:

1. Sichtbarkeit in einer aktiven Zielgruppe

LovelyBooks hat eine sehr engagierte Community, vor allem im Bereich Belletristik, Romance, Fantasy, Jugendbuch, New Adult und Krimi.

2. Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen

Die Leserunden erzeugen (idealerweise) viele Rezensionen – und zwar nicht nur auf LovelyBooks selbst, sondern oft auch auf Shops wie Amazon, Thalia oder Hugendubel.

3. Direkter Austausch mit Leserinnen und Lesern

Autorinnen und Autoren können Fragen beantworten, Feedback erhalten und eine Verbindung aufbauen.


Was hat sich verändert?

LovelyBooks war lange kostenlos – sowohl für Leserunden als auch für Verlage und Autorinnen.

Seit einiger Zeit müssen Verlage Kontingente kaufen, um:

  • Leserunden zu veranstalten
  • Bücher prominent zu platzieren
  • zusätzliche Reichweiten-Features zu nutzen

Das bedeutet:

Die Zeit der “einfach mal schnell eine Leserunde machen”-Strategie ist vorbei.

Verlage investieren nun gezielt in LovelyBooks, aber sie wägen stärker ab, wann sich die Kosten lohnen.
Selfpublisher können weiterhin Leserunden anlegen, müssen aber je nach Paket ebenfalls Gebühren zahlen.


Vorteile von LovelyBooks

1. Hohe Aktivität und starke Community

Vor allem im Jugendbuch-, Fantasy- und Romance-Bereich gibt es Tausende engagierte Leser.

2. Viele Rezensionen in kurzer Zeit

Eine gut betreute Leserunde kann 20–60 Rezensionen erzeugen (Ausreißer nach oben möglich).

3. Ideales Umfeld für neue oder unbekanntere Autorinnen

LovelyBooks-Leser geben gerne Debüts eine Chance – insbesondere, wenn das Genre stimmt.

4. Austausch in Echtzeit

Leser erzählen, was gut funktioniert – und auch, was nicht. Als Marktforschung unbezahlbar.


Nachteile und Grenzen

1. Starke Genre-Bias

LovelyBooks funktioniert am besten für:

  • Romance / New Adult
  • Fantasy / Urban Fantasy
  • Jugendbuch
  • Krimi/Thriller

Für Sachbuch, Lebenshilfe, Ratgeber oder literarische Titel ist die Plattform oft nicht ideal.

2. Pflegeintensiv

Leserunden brauchen Betreuung:

  • Fragen beantworten
  • Diskussion moderieren
  • Feedback wertschätzen

Wenn Autorinnen das nicht leisten können oder wollen, fällt die Runde schnell auseinander.

3. Kostenstruktur

Die neuen Kontingentmodelle bedeuten:

  • weniger spontane Aktionen
  • klare Budgetentscheidungen im Verlag
  • für Selfpublisher höhere Einstiegshürden

4. Rezensionen sind nicht planbar

Auch ein schönes Feature: Ehrlichkeit.
Aber es bedeutet auch:
Die Runde kann kritisch ausfallen.
Das ist für manche ein Vorteil, für andere eine Herausforderung.


Wann lohnt sich LovelyBooks für dich?

LovelyBooks ist sinnvoll, wenn …

  • dein Buch in einem der starken Plattform-Genres liegt
  • du Rezensionen vor oder kurz nach dem Erscheinen brauchst
  • Austausch für dich oder deine Autorin wichtig ist
  • du langfristig eine Fanbasis aufbauen willst

Weniger sinnvoll ist es, wenn …

  • du ein Sachbuch, Ratgeber oder ein sehr spezialisiertes Thema hast
  • du wenig Zeit für die Betreuung der Leserunde hast
  • deine Zielgruppe eher auf Instagram, TikTok oder LinkedIn unterwegs ist

Fazit

LovelyBooks ist nach wie vor eines der wichtigsten deutschsprachigen Tools, wenn es um Community-Marketing, Rezensionen und genreorientierte Sichtbarkeit geht.

Durch die neuen Kontingentmodelle hat sich die Plattform professionalisiert – und gleichzeitig selektiver gemacht. Sie ist kein Must-have für jedes Buch, aber ein starker Baustein für Titel, deren Leser*innen dort zuhause sind.

Mein Tipp:
Schau dir an, wo deine Zielgruppe wirklich aktiv ist – und setzte LovelyBooks dann ein, wenn es strategisch Sinn ergibt.

Wenn du Fragen zur LovelyBooks-Strategie, Leserunden, Rezensionen oder Verlagsmarketing hast: In meiner Beratung findest du mehr Infos und individuelle Unterstützung.

Plotter, Pantser und alles dazwischen – wie du deinen eigenen Schreibstil findest

Schreibst du gerade an einem Roman, einer Kurzgeschichte oder überlegst, wie du dein nächstes Buchprojekt angehst? Dann stolperst du früher oder später über zwei Begriffe, die in der Schreibwelt fast schon legendär sind: Plotter und Pantser.

Beide beschreiben, wie Autor:innen an ihre Texte herangehen – und nein, es gibt nicht den einen „richtigen“ Weg. Wichtig ist nur: herauszufinden, welcher Schreibtyp du bist (oder ob du irgendwo dazwischenliegst).

Falls du jetzt denkst: „Muss ich mich festlegen?“ – entspann dich. Ich führe dich einmal durch die Konzepte, die Vor- und Nachteile und gebe dir Tipps, wie du deinen ganz persönlichen Weg findest.

Was sind Plotter eigentlich?

Kurz gesagt: Plotter sind Planer:innen.

Bevor sie mit dem Schreiben beginnen, legen sie die Struktur fest – Kapitelübersichten, Figurenbögen, Spannungsbogen. Manchmal sind das seitenlange Dossiers oder akribisch gepflegte Excel-Tabellen.

Der Vorteil:

  • Du weißt immer, wo du gerade bist.
  • Schreibblockaden werden seltener, weil der Fahrplan klar ist.
  • Überarbeitungen sind oft weniger aufwendig.

Der Nachteil:

  • Es kann lähmend wirken, wenn der Plan zu starr ist.
  • Spontane Ideen finden manchmal keinen Platz.

Und was ist ein Pantser?

Pantser sind das Gegenteil: Sie schreiben „aus dem Bauch heraus“ – ohne Plan, ohne Roadmap, einfach drauflos.

Der Vorteil:

  • Es fühlt sich lebendig und kreativ an.
  • Figuren können dich überraschen und eigene Wege gehen.
  • Du entdeckst deine Geschichte fast so, als würdest du sie selbst lesen.

Der Nachteil:

  • Man verheddert sich leichter.
  • Überarbeitungen können langwierig sein.
  • Manche Projekte bleiben unvollendet, weil der rote Faden fehlt.

Alles dazwischen: Hybrid-Schreibende

Die wenigsten sind 100 % Plotter oder Pantser. Viele bewegen sich irgendwo dazwischen.

Manche planen nur die wichtigsten Wendepunkte, andere machen sich grobe Notizen zu Figuren und Handlungsorten und lassen den Rest offen. Manche starten als Pantser und entwickeln dann unterwegs eine Struktur.

Das Spannende: Genau in diesem „Dazwischen“ liegt oft die größte Freiheit.


Schritt 1: Deinen Typ erkennen

Frag dich:

  • Fühlst du dich sicherer, wenn du einen Plan hast – oder eher eingeengt?
  • Macht dir das Entdecken beim Schreiben Spaß – oder stresst dich die Unsicherheit?
  • Hast du schon mal ein Projekt abgebrochen, weil dir der Überblick fehlte?

Deine Antworten zeigen dir, wo du stehst.


Schritt 2: Mit Methoden experimentieren

Du musst dich nicht für immer entscheiden. Probier einfach aus:

  • Plotter-Tools: Mindmaps, Kapitelpläne, Software wie Scrivener oder Notion.
  • Pantser-Tricks: Schreib-Sprints, Freewriting, tägliche Wortziele.
  • Hybrid-Ansätze: Die „Drei-Akt-Struktur“ grob skizzieren und dann frei loslegen.

Schritt 3: Deinen Prozess finden

Am Ende geht es nicht um Labels, sondern um deinen Flow. Wichtig ist:

  • Dein Prozess sollte dich motivieren.
  • Er sollte dir helfen, dran zu bleiben.
  • Und er sollte dich ans Ziel bringen: ein fertiges Manuskript.

Fazit

Ob du nun Plotter, Pantser oder irgendwas dazwischen bist – dein Schreibstil ist genauso individuell wie deine Geschichten. Es gibt keine Einheitslösung, sondern nur den Weg, der zu dir passt.

Mein Tipp: Fang an, hör auf dein Gefühl und passe deine Methode unterwegs an. Schreiben ist ein kreativer Prozess – und der darf wachsen.

Wenn du noch mehr Fragen zur Verlagswelt hast, findest du hier mehr Informationen zu meiner Beratung.

VG Wort Leitfaden

VG WORT für Autor:innen – so meldest du dich an und sicherst dir Tantiemen

Du schreibst Texte – fürs Netz, für Bücher, für Zeitschriften? Dann solltest du die VG WORT kennen. Und nicht nur kennen, sondern nutzen. Denn sie sorgt dafür, dass du für deine Arbeit vergütet wirst. Jahr für Jahr. Automatisch. Vorausgesetzt, du meldest dich an und weißt, wie das Ganze funktioniert.

Falls du jetzt denkst: „Klingt kompliziert“, atme kurz durch. Ich nehme dich hier mit durch den Prozess. Verständlich, kompakt, ohne Umwege. Los geht’s.


Was ist die VG WORT eigentlich?

Kurz gesagt: Die VG WORT ist eine Verwertungsgesellschaft. Sie sammelt Geld ein – z. B. von Geräteherstellern, Bibliotheken oder Copyshops – weil dort Texte kopiert oder vorgelesen werden. Und sie schüttet dieses Geld dann an die Menschen aus, die diese Texte geschrieben haben.

Das betrifft Journalist:innen, Sachbuchautor:innen, Belletristiker:innen, Blogger:innen und viele mehr.


Schritt 1: Wahrnehmungsvertrag abschließen

Bevor du Geld bekommst, musst du dich bei der VG WORT registrieren. Das geht online über das Portal T.O.M. (Texte Online Melden).

Du brauchst:

  • deine Steuernummer
  • ein paar persönliche Angaben
  • Geduld für ca. 10 Seiten Kleingedrucktes (ja, sorry – aber du schaffst das!)

Sobald der Vertrag bestätigt ist, kannst du loslegen.


Schritt 2: Was kannst du melden?

Die meisten denken bei VG WORT an Bücher – aber es geht um viel mehr:

  • Gedruckte Texte: Bücher, Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien etc.
  • Online-Texte: Blogartikel, Kolumnen, Webseiten mit Fließtext
  • Hörbücher & Podcasts (unter bestimmten Bedingungen)

Wichtig: Deine Texte müssen öffentlich zugänglich sein – also nicht im passwortgeschützten Mitgliederbereich einer Coaching-Plattform versteckt. Und es gibt Mindestanforderungen – z. B. eine bestimmte Zeichenanzahl und Reichweite bei Online-Texten.


Schritt 3: Zählmarken für Online-Texte einbauen

Wenn du regelmäßig bloggst oder journalistisch im Netz unterwegs bist, kannst du auch für Online-Texte Geld bekommen – sofern sie oft genug gelesen werden.

Dafür bekommst du sogenannte Zählmarken von der VG WORT. Klingt technisch, ist aber machbar:

  • Du forderst die Zählmarken im Portal an.
  • Du fügst sie in deine Artikel ein (per HTML-Code oder Plugin).
  • Die VG WORT zählt die Zugriffe anonym im Hintergrund.

Wird dein Text oft genug gelesen (aktuell: mindestens 1.500 Mal im Jahr), gibt’s Geld. Fertig.


Schritt 4: Meldung abgeben

Einmal im Jahr, meist im Frühjahr, wirst du zur Meldung deiner Texte aufgefordert. Das machst du direkt im T.O.M.-Portal. Wichtig ist, dass du nichts vergisst und die Fristen einhältst. Sonst verfällt dein Anspruch – und das wäre echt schade.


Schritt 5: Auszahlung genießen

Die Ausschüttung erfolgt in der Regel im Sommer (Juli oder August). Die Beträge sind unterschiedlich – je nachdem, was du gemeldet hast. Für ein erfolgreiches Sachbuch oder einen gut gelesenen Blogartikel kann da aber eine nette Summe zusammenkommen. Steuerpflichtig ist das Ganze übrigens – du solltest also eine Buchhaltung haben, die VG-WORT-Zahlungen korrekt verbucht.


Mein Tipp: Lieber früher als später anfangen

Die VG WORT klingt vielleicht im ersten Moment bürokratisch – aber es lohnt sich wirklich. Besonders, wenn du kontinuierlich veröffentlichst. Viele lassen jedes Jahr bares Geld liegen, weil sie sich nicht darum kümmern. Dabei ist der Einstieg gar nicht so schwer – und ich verspreche dir: Wenn du’s einmal gemacht hast, wird’s Routine.


Und falls du hängen bleibst …

… dann frag Kolleg:innen, Agent:innen oder schau dich in den einschlägigen Facebook-Gruppen um. Es gibt viele, die schon durch den Anmeldeprozess gegangen sind und dir Tipps geben können. Und das T.O.M.-Portal selbst bietet mittlerweile auch Hilfetexte, die durchaus verständlich sind.


Fazit:
Du schreibst – also hast du auch das Recht, fair vergütet zu werden. Die VG WORT ist kein Bonus, sondern Teil deines Einkommens. Also: anmelden, Texte melden, Fristen im Blick behalten – und dir am Ende des Jahres einen Kaffee (oder was Größeres) gönnen.

Wenn du noch mehr Fragen zur Verlagswelt hast, findest du hier mehr Informationen zu meiner Beratung.

Was ist eigentlich eine Normseite – und warum sollte sie dich interessieren?

Egal, ob du gerade an deinem ersten Roman schreibst, ein Sachbuch planst oder mit dem Gedanken spielst, ein Manuskript bei einer Literaturagentur einzureichen – früher oder später stolperst du über diesen Begriff: Normseite.

Und dann fragst du dich vielleicht: Norm-was? Klingt ein bisschen nach Bürokratie, oder? Keine Sorge – ich bringe heute Licht ins Format-Dunkel und zeige dir, wofür eine Normseite da ist, wer sie braucht und warum du sie kennen solltest, bevor du dein Werk auf die Reise schickst.


Die Normseite – das Maßband der Literaturbranche

Stell dir vor, du arbeitest in einem Verlag und bekommst täglich fünfzig Manuskripte zugeschickt. Einige in winziger 10-Punkt-Schrift, andere mit doppeltem Zeilenabstand, wieder andere in Comic Sans (bitte nicht!). Um all das vergleichbar zu machen, hat sich die Buchbranche auf ein einheitliches Maß geeinigt: die sogenannte Normseite.

Sie dient als Standardformat, mit dem sich der ungefähre Umfang eines Manuskripts abschätzen lässt – unabhängig davon, wie jemand sein Dokument gestaltet hat. Ein bisschen wie das DIN-A4 der Literaturwelt.


Und wie sieht so eine Normseite konkret aus?

Ganz einfach – wenn man ein bisschen technikaffin ist. Wenn nicht, auch kein Problem, du kannst sie dir mit einer Formatvorlage schnell zusammenstellen.

Hier die Eckdaten:

  • 30 Zeilen pro Seite
  • 60 Anschläge (Zeichen inkl. Leerzeichen) pro Zeile
  • Schriftart: Courier New, 12 pt (ja, wirklich – keine serifenlose Spielerei!)
  • Zeilenabstand: 1,5-zeilig
  • Seitenränder: großzügig (meist 2,5 cm rundherum)

Das ergibt im Schnitt 1.500 Zeichen pro Seite, also eine verlässliche Einheit zum Rechnen.


Warum braucht man das überhaupt?

Weil Verlage, Agenturen und Lektor:innen damit schnell kalkulieren können:

  • Wie viele Seiten hat das Manuskript wirklich?
  • Wie hoch wäre das Lektoratshonorar?
  • Wie lang würde das Buch in gedruckter Form ungefähr werden?
  • Passt das in die Programmplanung?

Die Normseite ist also keine Schikane, sondern ein Tool für Übersicht und Vergleichbarkeit. Für dich als Autor:in ist sie außerdem hilfreich, um realistisch zu planen: „Ich will 240 Seiten schreiben“ wird zu „Ich brauche etwa 360 Normseiten“. Voilà – schon wird das Ganze greifbarer.


Mein Tipp: Gewöhne dich früh dran

Wenn du regelmäßig schreibst oder professionell veröffentlichen willst, lohnt es sich, gleich im Normseitenformat zu schreiben. Das spart dir am Ende eine Menge Formatierarbeit – und gibt dir von Anfang an ein realistisches Gefühl für Umfang und Tempo. Gerade bei Absprachen mit Agenturen oder im Rahmen von Ausschreibungen wird oft explizit nach Normseiten gefragt.


Fazit: Unsexy, aber unverzichtbar

Die Normseite ist kein kreatives Highlight, aber ein echter Branchenstandard. Sie sorgt dafür, dass Manuskripte vergleichbar bleiben – und dass niemand aus Versehen ein 800-Seiten-Epos abliefert, das eigentlich als knackiger Roman geplant war.

Also: Wenn du mit deinem Text ernst gemacht hast – mach auch bei der Formatierung ernst. Und keine Sorge: Die Courier-Schrift muss niemand lesen, sie ist nur Mittel zum Zweck.


Wenn du noch mehr Fragen zur Verlagswelt hast, findest du hier mehr Informationen zu meiner Beratung.