VG Wort Leitfaden

VG WORT für Autor:innen – so meldest du dich an und sicherst dir Tantiemen

Du schreibst Texte – fürs Netz, für Bücher, für Zeitschriften? Dann solltest du die VG WORT kennen. Und nicht nur kennen, sondern nutzen. Denn sie sorgt dafür, dass du für deine Arbeit vergütet wirst. Jahr für Jahr. Automatisch. Vorausgesetzt, du meldest dich an und weißt, wie das Ganze funktioniert.

Falls du jetzt denkst: „Klingt kompliziert“, atme kurz durch. Ich nehme dich hier mit durch den Prozess. Verständlich, kompakt, ohne Umwege. Los geht’s.


Was ist die VG WORT eigentlich?

Kurz gesagt: Die VG WORT ist eine Verwertungsgesellschaft. Sie sammelt Geld ein – z. B. von Geräteherstellern, Bibliotheken oder Copyshops – weil dort Texte kopiert oder vorgelesen werden. Und sie schüttet dieses Geld dann an die Menschen aus, die diese Texte geschrieben haben.

Das betrifft Journalist:innen, Sachbuchautor:innen, Belletristiker:innen, Blogger:innen und viele mehr.


Schritt 1: Wahrnehmungsvertrag abschließen

Bevor du Geld bekommst, musst du dich bei der VG WORT registrieren. Das geht online über das Portal T.O.M. (Texte Online Melden).

Du brauchst:

  • deine Steuernummer
  • ein paar persönliche Angaben
  • Geduld für ca. 10 Seiten Kleingedrucktes (ja, sorry – aber du schaffst das!)

Sobald der Vertrag bestätigt ist, kannst du loslegen.


Schritt 2: Was kannst du melden?

Die meisten denken bei VG WORT an Bücher – aber es geht um viel mehr:

  • Gedruckte Texte: Bücher, Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien etc.
  • Online-Texte: Blogartikel, Kolumnen, Webseiten mit Fließtext
  • Hörbücher & Podcasts (unter bestimmten Bedingungen)

Wichtig: Deine Texte müssen öffentlich zugänglich sein – also nicht im passwortgeschützten Mitgliederbereich einer Coaching-Plattform versteckt. Und es gibt Mindestanforderungen – z. B. eine bestimmte Zeichenanzahl und Reichweite bei Online-Texten.


Schritt 3: Zählmarken für Online-Texte einbauen

Wenn du regelmäßig bloggst oder journalistisch im Netz unterwegs bist, kannst du auch für Online-Texte Geld bekommen – sofern sie oft genug gelesen werden.

Dafür bekommst du sogenannte Zählmarken von der VG WORT. Klingt technisch, ist aber machbar:

  • Du forderst die Zählmarken im Portal an.
  • Du fügst sie in deine Artikel ein (per HTML-Code oder Plugin).
  • Die VG WORT zählt die Zugriffe anonym im Hintergrund.

Wird dein Text oft genug gelesen (aktuell: mindestens 1.500 Mal im Jahr), gibt’s Geld. Fertig.


Schritt 4: Meldung abgeben

Einmal im Jahr, meist im Frühjahr, wirst du zur Meldung deiner Texte aufgefordert. Das machst du direkt im T.O.M.-Portal. Wichtig ist, dass du nichts vergisst und die Fristen einhältst. Sonst verfällt dein Anspruch – und das wäre echt schade.


Schritt 5: Auszahlung genießen

Die Ausschüttung erfolgt in der Regel im Sommer (Juli oder August). Die Beträge sind unterschiedlich – je nachdem, was du gemeldet hast. Für ein erfolgreiches Sachbuch oder einen gut gelesenen Blogartikel kann da aber eine nette Summe zusammenkommen. Steuerpflichtig ist das Ganze übrigens – du solltest also eine Buchhaltung haben, die VG-WORT-Zahlungen korrekt verbucht.


Mein Tipp: Lieber früher als später anfangen

Die VG WORT klingt vielleicht im ersten Moment bürokratisch – aber es lohnt sich wirklich. Besonders, wenn du kontinuierlich veröffentlichst. Viele lassen jedes Jahr bares Geld liegen, weil sie sich nicht darum kümmern. Dabei ist der Einstieg gar nicht so schwer – und ich verspreche dir: Wenn du’s einmal gemacht hast, wird’s Routine.


Und falls du hängen bleibst …

… dann frag Kolleg:innen, Agent:innen oder schau dich in den einschlägigen Facebook-Gruppen um. Es gibt viele, die schon durch den Anmeldeprozess gegangen sind und dir Tipps geben können. Und das T.O.M.-Portal selbst bietet mittlerweile auch Hilfetexte, die durchaus verständlich sind.


Fazit:
Du schreibst – also hast du auch das Recht, fair vergütet zu werden. Die VG WORT ist kein Bonus, sondern Teil deines Einkommens. Also: anmelden, Texte melden, Fristen im Blick behalten – und dir am Ende des Jahres einen Kaffee (oder was Größeres) gönnen.

Wenn du noch mehr Fragen zur Verlagswelt hast, findest du hier mehr Informationen zu meiner Beratung.

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