Schreibst du gerade an einem Roman, einer Kurzgeschichte oder überlegst, wie du dein nächstes Buchprojekt angehst? Dann stolperst du früher oder später über zwei Begriffe, die in der Schreibwelt fast schon legendär sind: Plotter und Pantser.
Beide beschreiben, wie Autor:innen an ihre Texte herangehen – und nein, es gibt nicht den einen „richtigen“ Weg. Wichtig ist nur: herauszufinden, welcher Schreibtyp du bist (oder ob du irgendwo dazwischenliegst).
Falls du jetzt denkst: „Muss ich mich festlegen?“ – entspann dich. Ich führe dich einmal durch die Konzepte, die Vor- und Nachteile und gebe dir Tipps, wie du deinen ganz persönlichen Weg findest.

Was sind Plotter eigentlich?
Kurz gesagt: Plotter sind Planer:innen.
Bevor sie mit dem Schreiben beginnen, legen sie die Struktur fest – Kapitelübersichten, Figurenbögen, Spannungsbogen. Manchmal sind das seitenlange Dossiers oder akribisch gepflegte Excel-Tabellen.
Der Vorteil:
- Du weißt immer, wo du gerade bist.
- Schreibblockaden werden seltener, weil der Fahrplan klar ist.
- Überarbeitungen sind oft weniger aufwendig.
Der Nachteil:
- Es kann lähmend wirken, wenn der Plan zu starr ist.
- Spontane Ideen finden manchmal keinen Platz.
Und was ist ein Pantser?
Pantser sind das Gegenteil: Sie schreiben „aus dem Bauch heraus“ – ohne Plan, ohne Roadmap, einfach drauflos.
Der Vorteil:
- Es fühlt sich lebendig und kreativ an.
- Figuren können dich überraschen und eigene Wege gehen.
- Du entdeckst deine Geschichte fast so, als würdest du sie selbst lesen.
Der Nachteil:
- Man verheddert sich leichter.
- Überarbeitungen können langwierig sein.
- Manche Projekte bleiben unvollendet, weil der rote Faden fehlt.
Alles dazwischen: Hybrid-Schreibende
Die wenigsten sind 100 % Plotter oder Pantser. Viele bewegen sich irgendwo dazwischen.
Manche planen nur die wichtigsten Wendepunkte, andere machen sich grobe Notizen zu Figuren und Handlungsorten und lassen den Rest offen. Manche starten als Pantser und entwickeln dann unterwegs eine Struktur.
Das Spannende: Genau in diesem „Dazwischen“ liegt oft die größte Freiheit.
Schritt 1: Deinen Typ erkennen
Frag dich:
- Fühlst du dich sicherer, wenn du einen Plan hast – oder eher eingeengt?
- Macht dir das Entdecken beim Schreiben Spaß – oder stresst dich die Unsicherheit?
- Hast du schon mal ein Projekt abgebrochen, weil dir der Überblick fehlte?
Deine Antworten zeigen dir, wo du stehst.
Schritt 2: Mit Methoden experimentieren
Du musst dich nicht für immer entscheiden. Probier einfach aus:
- Plotter-Tools: Mindmaps, Kapitelpläne, Software wie Scrivener oder Notion.
- Pantser-Tricks: Schreib-Sprints, Freewriting, tägliche Wortziele.
- Hybrid-Ansätze: Die „Drei-Akt-Struktur“ grob skizzieren und dann frei loslegen.
Schritt 3: Deinen Prozess finden
Am Ende geht es nicht um Labels, sondern um deinen Flow. Wichtig ist:
- Dein Prozess sollte dich motivieren.
- Er sollte dir helfen, dran zu bleiben.
- Und er sollte dich ans Ziel bringen: ein fertiges Manuskript.
Fazit
Ob du nun Plotter, Pantser oder irgendwas dazwischen bist – dein Schreibstil ist genauso individuell wie deine Geschichten. Es gibt keine Einheitslösung, sondern nur den Weg, der zu dir passt.
Mein Tipp: Fang an, hör auf dein Gefühl und passe deine Methode unterwegs an. Schreiben ist ein kreativer Prozess – und der darf wachsen.
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